Jutta Dunkel

  • 2011

    da,  wo man nicht hingehört
    sich aufführen
    als wäre man zu Hause

    Die Karte zur Installation


    Christina zu Mecklenburg schreibt zu dieser Installation im

    Bonner General Anzeiger

    Das von Backsteingemäuer eingefasste Interieur von Sankt Helena erweckt den Eindruck eines geschlossenen, schlicht strengen Sanktuariums. Natürliches Licht dringt hier allein durch eine einseitige, im Deckenbereich angesiedelte Sequenz von kleinformatigen Fenstern ein. Im, seit geraumer Zeit als "Dialograum für chrislichen Kult und zeitgenössische Kultur" genutzten Gotteshaus dominiert ein blockartiger Marmoraltar, auf den einstige, jetzt nur in Abdrücken sichtbare Kirchenbankreihen zulaufen. Diese und andere Eingeschaften des außergewöhnlich reizvollen Kunstschauplatzes inspirieren derzeit die in Bergisch Gladbach lebende Künstlerin, Jutta Dunkel, zu einer ausdruckstarken und spannungsdichten Intallation names "Umkreisungen".

    Dieses Motto spielt an: auf die, für den Betrachter bereitgestellte, "körperliche Erfahrung" (Dunkel) der Arbeiten, auf die künstlerische Umzingelung des Schauplatzes, sowie auf die ästhetische Rotation um metaphorische Schlüsselpolaritäten. Darunter rangieren: Licht und Schatten, Freiheit und Offenheit, Ruhe und Bewegung, Fragilität und Stabilität sowie Sehnsücht (Geborgenheit, Schutz) und Träume.

    Mit spartanischem Materialeinsatz (Aluminium, Naturholz, Angelschnur), mit den Silhouetten minimalistisch angedeuteter Objekte, alias "Hütte", "Bett" und "Leiter" gelingt es der Absoventin der Düsseldorfer Kunstakademie eine Kette von Gedankenimpulsen auszulösen. Den acht Meter hohen Raum durchkreuzt ein hängebrückenähnliches, silbrig schimmerndes Sprossengebilde. Die plastisch umgesetze Leiterskizze beginnt frei schwebend über dem dunklen Steinstrich und klingt im lichten Kirchenfensterbereich aus. Das hiermit angedeutete Motiv der Reise, des Unterwegsseins oder der Lebenswanderung wird auf der einen Seite flankiert von einem, in Altarnähe schwebenden Bettgrundriss; derweil in Eingangstürnachbarschaft am Boden das Gewölbe eines spärlich beleuchteten Naturstrauches ein Unterschlupfprovisorium oder gar ein neuzeitliches Bethlehem signalisiert.

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