Wortklangraum

Musik und Dichtung
  • Für KennerInnen ist sie zum bekannten Kunst-Ort geworden, die Kreuzung an Sankt Helena. 

    Unter dem Schlagwort WORTKLANGRAUM wird seit vielen Jahren eine Verbindung von Wort und Musik aufgeführt. Klang und Wort wollen Themen der Zeit und Dimensionen des Lebens aufgreifen. 

    WORTKLANGRAUM erprobt in der Kreuzung an Sankt Helena: 

    Spuren des Lebens zu lesen, auch gegen unsere Gewohnheiten. Neuere Musik und Dichtung kommen zum Vortrag. 

    Musikalische Leitung und Textauswahl: 
    Michael Denhoff, Komponist 

    Am 1. Mittwoch im Monat um 20.30 Uhr.
    Sommerpause im Juli und August,
    Winterpause im Januar und Februar.

    Termine 2017:
    1. März - 65 daheim
    5. April - 66 erfüllt
    3. Mai - 67 kompliziert
    7. Juni - 68 gegenwärtig

    6. September - 69 unterwegs
    4. Oktober - 70 vergangen
    1. November - 71 schlaflos
    6. Dezember - 72 schlicht

    Einzelheiten zu den Abenden finden Sie unter www.wortklangraum.de.

    In Kooperation mit dem Katholischen Bildungswerk Bonn.


    Eine erste Reaktion auf diese neue, seinerzeit auf nur acht Abende angelegte Reihe WORTKLANGRAUM:

    „Überkreuz", "ohnemacht", "außersich" - Worterfindungen mit reichlich Assoziationsspielraum. Man ist zerstritten mit jemandem, liegt mit ihm "überkreuz". Das Kreuz ist Sinnbild für den Märtyrertod, symbolisiert aber auch die vier Elemente.

    Und wenn sich in kontrapunktischer Musik Stimmen kreuzen, liegt dem nicht selten ein außermusikalischer Bezug zugrunde. In derartige Gefilde führt eine neue, achtteilige Veranstaltungsreihe mit dem Titel "WortKlangRaum", die vom Komponisten Michael Denhoff und Josef Herberg vom Katholischen Bildungswerk aus der Taufe gehoben wurde.

    Schauplatz der rund einstündigen Abende (an jedem ersten Mittwoch im Monat, immer 20.30 Uhr) ist die Kirche St. Helena an der Bornheimer Straße 130. Musik und Lyrik, zumeist von zeitgenössischen Komponisten und Autoren, beleuchten sich gegenseitig, das eine "schwingt im anderen nach, erzeugt einen Nachhall", meint Michael Denhoff bei der Vorstellung des Programms. Wobei der religiöse Jahreszyklus wie auch derjenige der Natur im Hintergrund stets hindurchscheint.

    Die Auftaktveranstaltung (Mittwoch, 4. März) unter dem Motto "überkreuz" lässt Bachs Cello-Sonate Nr.2, Isang Yuns Intermezzo und Sofia Gubaidulinas "In croce", beide für Violoncello (Michael Denhoff) und Akkordeon (Margit Kern), aufeinandertreffen.

    Severin von Hoensbroech vom "Fringe-Ensemble" liest dazu Gedichte, die, passend zur beginnenden Passionszeit, "die schweren Seiten des Lebens" (Herberg) thematisieren: Gedichte von Wolfgang Hilbig, oder der im KZ ermordeten Dichterin Selma Meerbaum-Eisinger. Und in den Worten Jean Pauls redet der tote Christus vom Weltgebäude herab.

    Der zweite Abend (1. April) kreist um die Chiffre "ohnemacht". Das Düsseldorfer Schlagzeug-Ensemble gastiert mit Musik unter anderem von John Cage. Der wollte die Musik bekanntlich von Machtansprüchen des Komponisten befreien. Dazu hört das Publikum Dostojewskis Erzählung vom "Großinquisitor".

    "Sinnlich" geht es im Mai weiter mit einem Saxophon-Quartett, Musik von Skrjabin oder Messiaen beleuchtet im Juni das Motto "außersich" (Rainer Maria Klaas, Klavier), "still leben" im September hallt in Stockhausens "Tierkreis"- Melodien nach, "voll endet" im Oktober präsentiert Spätwerke von Bartók und Bialas. Ein anspruchsvolles Konzept? "Natürlich", sagt Michael Denhoff, "anspruchslose haben wir genug."

    Mathias Nofze am 27.02.2009, Bonner Generalanzeiger

Bornheimer Str. 130
53119 Bonn